
Lange Augenblicke im MoMa
Fünf Jahrzehnte wiederholte, veränderte, beobachtete und abstrahierte sie ihre Motive: Georgia O’Keeffes Lebenswerk ist unverkennbar ihres, dabei aber nicht eintönig. Sie ließ sich dabei Zeit, die sie in 99 Lebensjahren wahrlich auch hatte: Das Museum of Modern Art beweist ab dem 9. April in einer Einzelschau, wie sie mit der kostbaren Ressource umging.

Georgia O'Keeffe (1887-1986) hatte nicht nur ein langes Leben, auch ihr Œuvre erstreckte sich über fünf Jahrzehnte. In Erinnerung blieben zwar vordergründig ihre Blumengemälde, doch fertigte sie daneben eine Bandbreite von Kohle- über Bleistift- bis hin zu Aquarell- und Pastellbildern. Sie entwickelte, wiederholte und veränderte ihre Motive, beobachtete und abstrahierte sie: »To see takes time« (Sehen braucht Zeit) formulierte sie dazu einmal. Diese Weisheit wählte das Museum of Modern Art in New York für den Titel zu einer Soloausstellung, die O’Keeffes Arbeiten auf Papier und wichtige Gemälde versammeln wird. Ab dem 9. April gewährt Georgia O’Keeffe. To See Takes Time einen seltenen Einblick in die verschiedenen Arbeitstechniken der Künstlerin und hält die Besuchenden gleichzeitig dazu an, sich selbst Zeit für die Betrachtung zu geben.
Einige Arbeiten stammen aus O’Keeffes bahnbrechender Periode des Experimentierens zwischen 1915 und 1918, in der sie kühne Linien mit organischen Landschaften, freimütigen Akten und radikal abstrakten Kohlezeichnungen (Specials) abwechselte. Sie hielt sowohl natürliche Formen als auch Rhythmen fest – etwa die sich ständig verändernde Perspektive aus einem Flugzeugfenster. Ihre Blumenserien aus den 1930ern reihen sich an die Porträts der 40er- und die Luftaufnahmen der 50er-Jahre. Zu sehen gibt es die abwechslungsreiche Soloschau bis zum 12. August.
Dive deeper into the art world
Kunst, Musik, Lyrik: Werke aus der DDR
Mit der ersten gattungsübergreifenden Schau, die Kunst, Musik und Lyrik aus der DDR vereint, präsentiert die Kunsthalle Darmstadt bemerkenswerte Arbeiten. Vertreten ist auch Gudrun Petersdorff aus dem Künstlerprogramm des Art.Salon. »Eingebrannt«. Malerei, Lyrik, Neue Musik und Proben zweier Bildhauer aus der DDR ist bis zum 29. Juni zu sehen.