
Die Macht der Natur
Die US-amerikanische und die europäische Kunstszene sind eng miteinander verwoben. Trotzdem kommt es immer mal wieder vor, dass die Geschichte große Künstlerinnen und Künstler hervorgebracht hat, deren Namen man auf dem jeweils anderen Kontinent noch nicht so oft gehört hat. Mit Winslow Homer stellt die Londoner National Gallery einen von ihnen ab dem 10. September vor.

Die National Gallery in London hat es sich seit einiger Zeit zur Aufgabe gemacht, dem englischen Publikum auch US-amerikanische Künstlerinnen und Künstler nahezubringen, die auf dem europäischen Kontinent bisher wenig Beachtung fanden. Unter dieser Maxime stellte das Museum bereits mit Erfolg Werke von George Bellows, Frederic Church und Thomas Cole aus.
Nun soll ein Maler des späten 19. Jahrhunderts Einzug in England erhalten – mit Winslow Homer. Force of Nature zeigt die National Gallery die erste umfassende Werkschau des Künstlers. Zwischen dem 10. September 2022 und dem 8. Januar 2023 führt sie die Macht der Natur mit all ihren Licht- und Schattenseiten, wie Winslow Homer (1836-1910) sie auf die Leinwand zu bringen versuchte, vor Augen. Gleichzeitig bringt sie den europäischen Besuchenden einen Künstler näher, dem sie mit großer Wahrscheinlichkeit noch nicht begegnet sind. Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit dem Metropolitan Museum of Art in New York.
Wer noch nicht überzeugt ist, sollte sich von den Worten der Direktorin der National Gallery, Dr. Gabriele Finaldi, in die Ausstellung locken lassen: »Die in Großbritannien wenig bekannten Gemälde von Winslow Homer erforschen die Kraft, Größe und Schönheit der Natur ebenso wie die Gefahren, die sie für das menschliche Leben darstellt. Konflikte in zwischenmenschlichen Beziehungen, der Kampf ums Überleben und die persönliche Isolation gehören zu seinen Themen, die er sowohl auf poetische Weise als auch mit umwerfender technischer Bravour behandelt.«